Versandkostenfrei ab 99€
0 Min. Lesedauer
0 Kommentare
Veröffentlicht am 27 Jul, 2026
0 Min. Lesedauer
0 Kommentare
Veröffentlicht am 27 Jul, 2026
Rotex Guide: Das richtige Zubehör für Grobschliff, Feinschliff und Polieren
Der Festool Rotex ist drei Maschinen in einem Gehäuse: kraftvoller Grobschleifer, feiner Exzenterschleifer und Poliermaschine. Genau da liegt aber auch der Haken. Wer nur einen Satz Schleifscheiben besitzt, nutzt ein Drittel seiner Maschine. Dieser Guide ordnet das Zubehör den drei Arbeitsschritten zu, damit aus dem Alleskönner in der Theorie ein Alleskönner in Ihrer Werkstatt wird.
Die Kurzantwort
- Grobschliff: Rotex-Gang – die getriebegekoppelte Bewegung – dazu Saphir für Entlackung und extreme Abtragsarbeit oder grobes Granat für kontrollierten Abtrag. Auf ebenen Flächen empfiehlt sich der harte Schleifteller.
- Feinschliff: Exzenter-Gang, Granat in feinen Körnungen, weicher oder superweicher Teller. Bei gewölbten Flächen kommt zusätzlich das Interface-Pad zum Einsatz.
- Polieren: Wieder der Rotex-Gang, aber mit niedriger Drehzahlstufe. Dazu die MPA-Polituren mit dem farblich passenden Polierschwamm, das Lammfell für stark verwitterte Lacke und der Polierfilz für Acrylglas.
Was hinter den drei Schritten steckt und worauf es beim Zubehör im Detail ankommt, klären wir jetzt der Reihe nach.
Kurz erklärt: Warum der Rotex drei Maschinen ersetzt
Der Rotex ist ein Getriebe-Exzenterschleifer und beherrscht zwei Bewegungen. Im Rotex-Gang läuft der Teller getriebegekoppelt auf einer Kurvenbahn: Rotation plus Exzenterbewegung. Das sorgt für maximalen Abtrag und ist zugleich die richtige Bewegung zum Polieren.
Im Exzenter-Gang schwingt der Teller frei, wie bei einem klassischen Exzenterschleifer. Das liefert eine feine, kratzerarme Oberfläche. Umgeschaltet wird per Hebel, der Tellerwechsel funktioniert dank FastFix ohne Werkzeug.
Drei Modelle stehen zur Wahl
| Modell | Tellergröße | Besonderheit |
|---|---|---|
| Rotex RO 90 DX | Ø 90 mm | Zusätzlicher Deltaschuh für Ecken und Kanten |
| Rotex RO 125 | Ø 125 mm | Leicht und handlich, gut für vertikale Flächen |
| Rotex RO 150 | Ø 150 mm | Maximale Flächenleistung, der Klassiker für Platten und Renovierung |
Arbeitsschritt 1: Grobschliff im Rotex-Gang
Der Rotex-Gang ist die Abrissbirne unter den Schleifbewegungen: alte Farbschichten, verwitterte Oberflächen und kräftiger Materialabtrag auf Holz. Damit das funktioniert, muss das Verbrauchsmaterial mithalten.
Das passende Schleifmittel
- Saphir P24 bis P80: Für Entlackungen, dicke Altanstriche, GFK und Metall. Extrem widerstandsfähig und genau für diese Arbeiten gebaut.
- Granat P40 bis P80: Für kontrollierten Abtrag auf Holz, Spachtel und intakten Beschichtungen.
- Rubin: Für kräftigen Abtrag auf rohem Massivholz.
Welche Serie für welche Anwendung die beste Wahl ist, haben wir in unserem großen Vergleich der Festool-Schleifmittel ausführlich beschrieben.
Der passende Schleifteller
Für ebene Flächen und Kanten ist der harte Schleifteller die richtige Wahl. Er hält die Fläche plan und verhindert, dass Kanten ungewollt rund geschliffen werden. Der weiche Schleifteller ist der universelle Kompromiss für gemischte Arbeiten.
Festool Schleifteller finden Sie hier
Praxistipps für den Grobschliff
Arbeiten Sie mit wenig Anpressdruck. Das Eigengewicht der Maschine leistet den Großteil der Arbeit. Wer stark drückt, wird nicht schneller, sondern produziert vor allem Hitze und Riefen.
Grobschliff erzeugt außerdem viel Staub. Ein angeschlossenes Absaugmobil ist deshalb keine reine Komfortfrage, sondern eine wichtige Voraussetzung für lange Standzeiten und saubere Ergebnisse.
Arbeitsschritt 2: Feinschliff im Exzenter-Gang
Nach dem Abtrag folgt der Aufbau der Oberfläche. Jetzt wird umgeschaltet: Im Exzenter-Gang arbeitet der Rotex wie ein feiner Exzenterschleifer.
Das passende Schleifmittel
Granat ist beim Feinschliff die erste Wahl. Arbeiten Sie sich Schritt für Schritt durch die Körnungen. Als Faustregel sollte die nächste Körnung die vorherige höchstens verdoppeln.
Eine sinnvolle Abstufung wäre beispielsweise: P80, P120, P180 und P240 statt eines direkten Sprungs von P80 auf P240.
Für Möbel- und Lackarbeiten enden die meisten Schleifvorgänge zwischen P180 und P400. Wer eine Hochglanzpolitur vorbereitet, schleift bis P1000 oder P1500 weiter und wechselt für die letzte Stufe auf das schaumstoffunterlegte Platin.
Der passende Schleifteller
- Weicher Schleifteller: Für die meisten normalen Schleifarbeiten.
- Superweicher Schleifteller: Für Rundungen, Profile und empfindliche Konturen.
- Interface-Pad: Für stark gewölbte Flächen. Es schmiegt die Schleifscheibe an die Kontur an und reduziert die Gefahr des Durchschleifens an Kanten.
- Protection Pad: Beim Arbeiten mit Granat Net schützt es die Tellerbeschichtung vor dem Netzgewebe.
Arbeitsschritt 3: Polieren im Rotex-Gang
Der Poliermodus ist die am meisten unterschätzte Funktion des Rotex. Zum Polieren wird zurück in den Rotex-Gang geschaltet, allerdings mit niedriger Drehzahlstufe.
Die kraftvolle Kurvenbahnbewegung verteilt die Politur gleichmäßig und reduziert gleichzeitig die Gefahr typischer Hologramme, wie sie bei reinen Rotationsmaschinen entstehen können.
Das farbcodierte Festool-Poliersystem
Das System ist einfacher, als es auf den ersten Blick aussieht: Festool codiert Polituren und Polierschwämme farblich. Politur und Schwamm tragen dieselbe Farbe, sodass die richtige Kombination schnell gefunden ist.
- MPA 5010 – Orange: Abrasive Schleifpolitur für den ersten Schritt. Sie entfernt Schleifspuren und Mattigkeit. Dazu gehört der orange Polierschwamm.
- MPA 9010 – Blau: Feinpolitur für den zweiten Schritt. Dazu gehört der blaue Polierschwamm.
- MPA 11010 – Weiß: Hochglanzpolitur für das abschließende Finish. Dazu gehört der weiße Polierschwamm.
- Lammfell: Die abrasivste Stufe und spürbar kräftiger als der orange Polierschwamm. Erste Wahl bei stark verwitterten Lacken, bevor mit den Polierschwämmen weitergearbeitet wird.
-
Polierfilz: Der Spezialist für Acrylglas und Mineralwerkstoffe.
Ergänzend gibt es den Finish-Reiniger MPA F+. Er entfernt Politurreste rückstandsfrei, damit Sie das tatsächliche Ergebnis beurteilen und nicht nur den Ölfilm der Politur sehen.
So gehen Sie beim Polieren vor
- Den Polierschwamm per StickFix auf dem Teller befestigen.
- Die Politur sparsam auf den Schwamm geben.
- Die Politur bei ausgeschalteter Maschine auf der Fläche verteilen.
- Mit niedriger Drehzahlstufe starten.
- In kleinen Abschnitten arbeiten und die Politur nicht antrocknen lassen.
- Mit wenig Druck arbeiten und die Wärmeentwicklung im Blick behalten.
Hinweis für Acrylglas: Verzichten Sie hier auf das Lammfell. Es kann die Oberfläche statisch aufladen und dadurch Staub anziehen. Der Polierfilz ist für Acrylglas die bessere Wahl.
Der komplette Ablauf an einem Beispiel: verwitterte Tischplatte
An diesem Beispiel wird deutlich, wie die drei Arbeitsschritte vom Altlack bis zum Glanz ineinandergreifen:
- Entlacken: Rotex-Gang, harter Schleifteller und Saphir P24 oder P36, bis der Untergrund vollständig freigelegt ist.
- Egalisieren: Rotex-Gang mit Granat P80 und anschließend P120. Die Fläche wird plan und gleichmäßig.
- Feinschliff: In den Exzenter-Gang wechseln und mit Granat P180 und P240 weiterschleifen. Für eine Neulackierung oder das anschließende Ölen ist die Oberfläche damit vorbereitet.
- Politurvorbereitung: Nur bei einem Hochglanzaufbau. Nach dem Lackaufbau mit Granat P1000 und P1500 schleifen und für das letzte Finish auf Platin wechseln.
- Polieren: Rotex-Gang und niedrige Drehzahlstufe. Zuerst MPA 5010 mit orangem Schwamm, danach MPA 9010 mit blauem Schwamm und zum Abschluss MPA 11010 mit weißem Schwamm. Das Ergebnis anschließend mit MPA F+ kontrollieren.
Eine Maschine, ein Tellersystem und drei Kategorien Verbrauchsmaterial: Das ist der Rotex-Gedanke.
Alles auf einen Blick
| Arbeitsschritt | Betriebsart | Verbrauchsmaterial | Teller oder Pad |
|---|---|---|---|
| Entlacken und extremer Abtrag | Rotex-Gang | Saphir P24 bis P80 | Harter Schleifteller |
| Kräftiger Schliff auf Holz und Spachtel | Rotex-Gang | Granat oder Rubin P40 bis P80 | Harter oder weicher Schleifteller |
| Feinschliff | Exzenter-Gang | Granat P120 bis P1500 | Weich oder superweich, gegebenenfalls mit Interface-Pad |
| Politurvorbereitung | Exzenter-Gang | Platin bis S4000 | Weicher Schleifteller |
| Polieren | Rotex-Gang mit niedriger Drehzahlstufe | MPA 5010, MPA 9010 und MPA 11010 mit farblich passendem Schwamm, Lammfell oder Polierfilz | Polierschwamm direkt per StickFix auf dem Teller |
Häufige Fragen zum Festool Rotex
Welches Schleifpapier passt auf den Rotex RO 150?
Auf den Rotex RO 150 passen alle StickFix-Schleifmittel mit 150 Millimetern Durchmesser und dem passenden Lochbild. Dazu gehören unter anderem Granat, Rubin, Saphir und Platin in den jeweils verfügbaren Körnungen.
Entscheidend ist jedoch nicht nur die Passform, sondern vor allem die Wahl der richtigen Schleifmittelserie für das zu bearbeitende Material. Genau dafür gibt es unseren Festool Schleifmittel-Vergleich.
Kann der Rotex eine Poliermaschine wirklich ersetzen?
Für gelegentliches bis regelmäßiges Polieren kann der Rotex eine separate Poliermaschine ersetzen. Im Rotex-Gang und mit niedriger Drehzahl liefert er sehr saubere Ergebnisse.
Wer täglich große Flächen poliert, beispielsweise im Fahrzeugbereich, ist mit einer reinen Poliermaschine wie der Shinex RAP 150 ergonomischer unterwegs. Für eine Werkstatt, in der hauptsächlich geschliffen und nur gelegentlich poliert wird, ist der Rotex häufig die wirtschaftlichere Lösung.
Hart, weich oder superweich: Welcher Schleifteller ist der richtige?
- Hart: Für ebene Flächen und überall dort, wo Kanten scharf bleiben sollen.
- Weich: Als universeller Schleifteller für den Alltag.
- Superweich: Für Rundungen, Profile und empfindliche Konturen.
Wer häufig auf gewölbten Flächen arbeitet, kann den weichen Schleifteller zusätzlich mit einem Interface-Pad kombinieren.
Mit welcher Drehzahl poliert man mit dem Rotex?
Starten Sie mit einer niedrigen Drehzahlstufe und steigern Sie diese nur moderat. Entscheidend ist weniger eine feste Drehzahl als die entstehende Wärme.
Wird die Fläche heiß oder trocknet die Politur an, arbeiten Sie mit zu hoher Drehzahl oder bleiben zu lange auf derselben Stelle.
RO 90, RO 125 oder RO 150: Welcher Rotex passt zu mir?
- RO 150: Für große Flächen, Platten und Renovierungsarbeiten.
- RO 125: Vielseitig, leicht und auch für vertikale Arbeiten oder das Schleifen über Kopf geeignet.
- RO 90 DX: Für Detailarbeiten, Ecken und enge Stellen dank zusätzlichem Deltaschuh.
In vielen Werkstätten hat sich das Duo aus RO 150 für die Fläche und RO 90 DX für Ecken und Details bewährt.
Fazit: Mit dem richtigen Zubehör wird der Rotex zum Alleskönner
Der Rotex ist nur so gut wie das Zubehör, das auf seinem Teller haftet. Wer für jeden der drei Arbeitsschritte das passende Material bereitlegt, bekommt tatsächlich drei Maschinen zum Preis von einer:
- Saphir und grobes Granat für den starken Materialabtrag
- Feines Granat und Platin für den Aufbau einer hochwertigen Oberfläche
- MPA-Polituren mit farbcodierten Polierschwämmen für den abschließenden Glanz
Bei uns finden Sie das komplette Rotex-Programm: die Maschinen, sämtliche Schleifmittel in allen verfügbaren Körnungen und das passende Polierzubehör.
Ihr Anliegen ist uns wichtig
Persönliche Expertenberatung